Geschichtliche Erwähnung

Hotels in Capri Zweifelsohne wurde solch ein sinnesbetörender Ort bereits zu Zeiten des antiken Roms bewohnt und geschätzt.

Sichere Hinweise führen uns in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, wo uns Fotografien eine herrliche Privatvilla – „Villa Bitter“ – eines vermögenden Herrn aus Deutschland zeigen. Diese entwickelt sich mit der Zeit zur Locanda und Raststätte für die Wandermänner der „Scala Fenicia", die mit ihren tausend Stufen schon jahrhundertslang besteht, wie auch der befahrbaren Straße, die 1878 gebaut wird.

Am Anfang des Jahres 1900 flüchtet der russische Fürst Emanuel Bulhak, der schwere Zeiten für den Adel in seinem Heimatland fürchtet, nach Italien, kauft „Villa Bitter“ und siedelt sich mit Hab und Gut in Anacapri an. Er wird als einer der wenigen russischen Fürsten in die Geschichte eingehen, der nach der Oktoberrevolution nicht als Tellerwäscher im Paris der 20er-Jahre endete. Bulhak macht aus seiner Villa ein Adelshaus und errichtet die Caesar-Statue an dem Platz, wo sie noch heute steht. Der Fürst, ein Gelehrter der antiken Geschichte, vertritt auch leidenschaftlich die Theorie, dass Caesar Augustus – mehr als Tiberius – die Insel Capri erforscht und berühmt gemacht habe. Dies wird von einem marmornen Grabstein in lateinischer Schrift bezeugt, den der adelige Russe aufstellen ließ:

"CAESARI AUGUSTO ORBIS TERRRUM DUCI CPRENSIS INSULAE AMATORI QUAE IN TERRARUM ORBE INTER MARIS UNDAS GEMMA IMPERATORI DIGNA CORUSCAT"

Die Statue ist eine wunderschöne Kopie aus dem neunzehnten Jahrhundert des berühmten Werkes „Cesare di Prima Porta“, das in der Nähe von Rom in Villa Livia, dem Wohnsitz der Ehefrau des Kaisers, aufgefunden wurde. Die Position der Statue, die von oben, sowohl durch Blick wie auch Geste, Villa Jovis – die Unterkunft von Tiberius – dominiert, soll eben die Vorherrschaft von Augustus gegenüber dem Adoptivsohn zeigen. Bulhak spürt bei Ende der faschistischen Diktatur in Italien den Krieg nahen. Da er nach wie vor seinem Instinkt traut, zieht er in das ruhigere England und verkauft seine Villa an Familie Signorini, die sie nach dem Krieg, gegen Ende der 40er-Jahre, in das Hotel Caesar Augustus verwandelt.

Das heute in völliger Übereinstimmung mit seiner Geschichte und der speziellen Atmosphäre komplett renovierte Hotel, verewigt Tag für Tag die Legende dieses seit Tausenden von Jahren faszinierenden Ortes.

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